Niki Glattauer hat im Standard unter dem Titel „Rechtsruck im Klassenzimmer“ ein meiner Meinung nach sehr treffendes Kommentar verfasst.
Die Conclusio „dumm“ ist für mich in diesem Fall auch mit „ungebildet“ zu ersetzen. Nicht generell – aber in diesem Fall funktioniert die Ersetzung. In den Posts findet sich ein Link zu einem Film der 2006 gedreht wurde und leider viel zu wenig Beachtung gefunden hat. Idiocracy.
Trailer auf deutsch:
eine sehr gute review zu dem Film (engl):
Bildung ist die einzige Lösung wie Menschen dauerhaft friedlich und respektvoll miteinander leben können. Deshalb muss es in Österreich endlich ein Umdenken in der Bildungspolitik geben. Gerade die ÖVP ist hier massiv gefordert sich inhaltlich zu bewegen!
Am 1.10. auf der B303 bei Guntersdorf: Verkehrsrowdy verursacht durch riskantes Überholmanöver mit überhöhter Geschwindigkeit schweren Unfall. Ein Mann tot, einer schwer verletzt. Überhöte Geschwindigkeit. Fahrerflucht des Schuldigen, Überholter und Entgegenkommender sind Opfer. Über 20 Mal im Jahr passiert so ein Fall im Bezirk Hollabrunn.
Am 11.10. auf der B91bei Lambichl: Landeshauptmann verursacht mit 142 km/h nach einem Überholmanöver einen schweren Unfall. Erlaubt waren im dicht verbauten Wohngebiet 70km/H und wenige Meter später nur mehr 50. Andere Beteiligte gab es keine. Der Landeshauptmann stirbt bei diesem Unfall.
Diese grob fahrlässige Handlungsweisen gleichen sich in der Ursächlichkeit der nicht eingehaltenen Regeln im Strassenverkehr. In der Wahrnehmung der Menschen bestehen aber scheinbar grosse Unterschiede.
Beim ersten Fall gab es eine viertel Seite Bericht in der NÖN, einen kurzen Beitrag im Kurier und einen im Bezirksblatt. Die Bevölkerung reagierte mit grossen Unverständnis, weil die B303 so lange gesperrt war, und schliesslich ist ja Erntezeit auch. Im zweiten Fall trägt ein ganzes Land Trauer. Spekulationen über etwaige Manipulationen am Auto machen ebenso schnell die Runde wie Verschwörungstheorien und Ausreden. Menschen an der Unfallstelle haben Erklärungen von „Herzanfall, Ohnmacht und Fremdverschulden“ parat. Entschuldigungen wie „Eilig hat er es immer gehabt“ sind zu hören. Die Eigentümer des ruinierten Gartenzaunes wollen den Schaden nicht beziffern, denn der Schaden wäre nicht so wichtig.
So tragisch die menschliche Facette auch sein mag, letztendlich handelt es sich auch um einen Verkehrsrowdy, der schon mehrmals durch extreme Geschwindigkeitsübertretungen aufgefallen ist, bislang glücklicherweise weder sich selbst noch andere ernsthaft verletzt hat, und letztlich das Glück einmal zuviel herausgefordert hat. Die Verantwortung anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber kann man niemanden abnehmen. Jeder von uns AutofahrerInnen steuert eine gefährliche Waffe durch die Gegend.
Politisch gesehen – fernab vom persönlichen Schicksal – halte ich das endgültige „bin schon weg“ von Jörg Haider für eine grosse Chance für Österreich. Viele Kommentare von Spitzenpolitikern halte ich für heuchlerisch und der Situation angepasst, frei nach dem Motto „in so einer Situation muss man ja kondulieren und das Negative ausblenden“. Ich denke, nein, das muss man nicht. Heute werden in Kärnten Urteile des VgH nicht umgesetzt, potentielle (!!!) straffällige AsylwerberInnen und mittlerweile auch behinderte AsylwerberInnen in einer Sonderanstalt auf der Saualm verwahrt. Unglaubliche Ähnlichkeiten bei den Kriterien zur Selektion im 3. Reich werden sichtbar, und die Kärtner Bevölkerung geht mit. Dass diese Verschiebung der moralischen Grenzen überhaupt möglich wurde, ist auch das Verdienst von Jörg Haider.
Die Online Berichterstattung auf derstandard.at ist normalerweise immer mit einem Forum verbunden, wo Beiträge der LeserInnen gepostet werden können. So auch am Samstag bis mittags. Seit dem ist an dieser Stelle folgendes zu lesen: „Aufgrund der großen Anzahl an pietätlosen Postings sieht sich derStandard.at gezwungen, zu diesem Thema ausnahmsweise kein Forum einzurichten.“ Ich habe Samstag vormittag die Postings verfolgt, und war irgendwie menschlich auch erschüttert, über die teils heftigen Sichtweisen, aber es handelt sich doch auch um freie Meinungsäusserung. Man muss sich an dieser Stelle auch fragen warum Menschen in so einer Situation so heftige Stellungnahmen in so grosser Anzahl abgeben. Eine Antwort hätte ich: „Wer Haß sät, wird Haß ernten“.
Innerhalb des BZÖ hat nun Stefan Petzner die Parteiführung übernommen. Sie kennen ihn noch nicht? Hier eine Kostprobe:
Nach dieser Nationalratswahl ist mir nicht zum Lachen zumute. Ich bin zutiefst traurig, dass so viele Menschen rechts gewählt haben. Zwar ist mir bewusst, dass nicht alle die blau/orange angekreuzt haben auch tatsächlich rechts orientiert sind, allerdings ist es trotzdem erschreckend wie viele Menschen in dieser Ideologie das kleinere Übel sehen und diese Anhäufung von teilweise extrem rechten Burschenschaftern die Proteststimme gegeben haben.
Klar ist für mich auch, dass die Grünen kein Angebot für ProtestwählerInnen waren und das liegt sicherlich auch an unklaren Positionen bei breit diskutierten Themen wie Migration. Viele Menschen haben mir während des Wahlkampfes erklärt sie würden gerne die Grünen wählen, aber die würden ja am liebsten „alle rein lassen“. Das grüne Zuwanderungspunktesystem ist niemandem bekannt, obwohl es ein sehr vernünftiger Vorschlag ist, und bei zweitem Betrachten gar nicht ein so offenes System ist. Beim Stichwort Bleiberecht versteht auch jeder Mensch etwas anderes, aber selten das was die Grünen meinen. Es liegt an uns Grünen unsere Positionen klarer und einfacher zu vermitteln – ich werde meinen Beitrag weiterhin dazu leisten!
Weil nicht alles in diesem Wahlkampf unlustig war und weil die Menschen auch sehen sollen was hier gewählt wurde hier noch ein netter Ausschnitt aus einem Interview einer ORF Redakteurin mit Strache bezüglich Geschlechtsteile von Menschen