Am 1. November 1871 wurde der Hollabrunner Bahnhof (damals noch Oberhollabrunn) feierlich in Betrieb genommen. Die ZWEIGLEISIGE Strecke wurde von 1869 bis 1890 von Wien bis Dresden gebaut und diente als wichtige europäische Verbindung.
Am 27. Mai 1979 wurde die Schnellbahnlinie S3 nach Hollabrunn verlängert. Zu diesem Zeitpunkt war das zweite Gleis schon lange entfernt und bis Stockerau wird eingleisig gefahren. Seit 1979 gibt es jede Stunde einen Zug. Ebenso ist der Bahnsteig seit damals nur per Treppe zu erreichen, sogar die WCs sind nur gegen Einwurf einer Münze zu benutzen. Es gibt nach wie vor keine elektronischen Anzeigetafeln.
Eine Einstiegshilfe für Menschen im Rollstuhl wurde vor 6 Jahren wieder entfernt, wahrscheinlich weil es sowieso nicht möglich ist im Rollstuhl sitzend den Bahnsteig zu erreichen…
Es gibt nur einen Fahrkartenautomaten im Wartesaal, die Türen gehen extrem schwer auf und auch nur zwei Entwerter sind gut versteckt montiert.
Wer jetzt glaubt es hat sich gar nichts verändert seit 1979 der irrt. Die Linie S3 wurde zur Selbstbedienungsstrecke ernannt. Das heisst alle Fahrgäste müssen vor dem Einsteigen eine gültige Fahrkarte besitzen, ein Kaufen im Zug ist nicht mehr erwünscht. Möglich wäre es freilich schon, denn alle ZugbegleiterInnen haben moderne Umhängecomputer und können Fahrkarten ausdrucken – sollen sie aber nicht mehr. Vielleicht ist das die Antwort der ÖBB auf die steigenden Fahrgastzahlen. Überfüllte Züge, zu wenig Sitzplätze, tägliche Verspätungen und desolate Bahnhöfe vergraulen Fahrgäste – dabei müsste dringend dem steigenden Mobilitätsbedarf Rechnung getragen werden und endlich zweigleisig ausgebaut werden. Taktverdichtung, verlängerte Betriebszeiten und Expresszüge sowie moderne Bahnhöfe sind lang gestellte Forderungen von mir und ich werde weiterhin Überzeugungsarbeit leisten um endlich Hollabrunn zum ZUG kommen zu lassen.
Ich hoffe nicht, dass die ÖBB Lösungen aus Japan übernehmen, denn da gehts momentan so zu:
